Eine gute Startup-Idee ist nur der Anfang. Danach fehlen meistens vor allem drei Dinge: die richtigen Menschen, Zeit und Geld, um aus der Idee wirklich etwas zu machen.
Vielleicht suchst du noch einen technischen Co-Founder. Vielleicht steht dein Team schon, aber ihr wisst nicht, wie ihr die nächsten Monate finanzieren sollt. Oder ihr braucht jemanden, der einschätzen kann, ob Förderungen für euch infrage kommen, wann ihr gründen solltet oder welches Programm überhaupt zu eurer Phase passt.
Genau hier können Hochschul-Startup-Center einen Unterschied machen - oft lange bevor Accelerator oder Investor:innen relevant werden. Du musst noch keine GmbH, kein fertiges Produkt und auch keinen perfekten Pitch haben, um dir Unterstützung zu holen. Programme wie z.B. exist sind ausdrücklich darauf ausgelegt, Teams bereits vor beziehungsweise rund um die Gründung bei Produkt, Markt, Team und Geschäftsmodell zu unterstützen.
Die richtigen Leute finden
Die wenigsten Startups scheitern daran, dass niemand eine Idee hatte. Schwieriger ist oft, ein Team zusammenzubringen, das die Idee tatsächlich umsetzen kann.
Ein wissenschaftliches Team braucht vielleicht jemanden, der Markt und Geschäftsmodell versteht. Zwei BWL-Gründer:innen suchen technische Kompetenz. Ein Software-Team braucht UX, Design oder Branchenwissen. Und manchmal fehlt gar kein klassischer Co-Founder, sondern zunächst jemand für ein Projekt, eine Abschlussarbeit oder eine Werkstudentenstelle.
Gerade Hochschulen bieten dafür einen spannenden Ausgangspunkt: Dort treffen Technologie, Forschung, Business, Design und viele unterschiedliche Fachrichtungen aufeinander. Startup Klub soll diesen Talentpool über einzelne Hochschulen in Baden-Württemberg hinaus öffnen.
Mit mehreren beteiligten Hochschulen wird aus einem lokalen Netzwerk ein größerer Pool aus Gründer:innen, Studierenden, Forschenden und Startup-Talenten. Forschung zu universitärer Gründungsförderung zeigt, dass Teamkompetenzen, Mentoring und Netzwerkzugang wichtige Mechanismen in der frühen Startup-Entwicklung sein können.
Finanzierung - dein erster Schritt muss nicht automatisch ein Investor sein
Sobald aus einer Idee ein ernsthaftes Vorhaben wird, kommt fast immer die gleiche Frage: Wie finanzieren wir das?
Viele junge Gründer:innen denken dabei sofort an Business Angels oder Venture Capital. Das kann genau richtig sein - gerade in Deutschland ist es aber oft nicht.
Für Hochschulgründungen gibt es in Deutschland Programme wie das exist-Gründungsstipendium, exist Forschungstransfer oder Junge Innovatoren, mit denen Teams bereits vor der eigentlichen Gründung erhebliche finanzielle Unterstützung erhalten können. Je nach Programm kann die Förderung sechsstellige Beträge erreichen - ohne dafür Unternehmensanteile abgeben zu müssen. Damit lassen sich beispielsweise Lebenshaltungskosten, Produkt- und Technologieentwicklung, Prototypen, Marktvalidierung oder Coaching finanzieren. Gerade exist ist darauf ausgelegt, Hochschulteams die Zeit zu geben, ihr Vorhaben weiterzuentwickeln, bevor eine klassische Finanzierungsrunde überhaupt notwendig wird.
Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht einfach:
„Wo bekommen wir Geld?“
Sondern:
„Welchen nächsten Meilenstein müssen wir finanzieren?“
Für ein digitales Startup kann das ein erster funktionierender Prototyp sein. Bei DeepTech vielleicht ein technischer Proof of Concept. Bei Life Sciences können wissenschaftliche, regulatorische und IP-bezogene Meilensteine entscheidend sein.
Gründungsberatung - nicht jede Frage musst du selbst googeln
In der frühen Phase entstehen schnell mehr Fragen als Antworten.
Müssen wir schon gründen? Ist unsere Idee förderfähig? Welche Rollen fehlen im Team? Sollten wir Fördergelder beantragen? Brauchen wir einen Accelerator? Wann sollten wir mit Investor:innen sprechen?
Hochschul-Startup-Centren werden öffentlich finanziert und beraten deshalb unabhängig von Beteiligungen oder einzelnen Programmen. Im Mittelpunkt sollte die Frage stehen: Was bringt dein Startup jetzt wirklich weiter?
Eine gute Gründungsberatung hilft dir dabei herauszufinden, welcher nächste Schritt sinnvoll ist - und welche Menschen, Förderungen, Infrastruktur oder Programme dazu passen.

Was dir ein Hochschul-Startup-Center bieten kann
Hochschulnähe bedeutet weit mehr als ein paar Workshops. Je nach Standort und Vorhaben kannst du auf unterschiedliche Ressourcen zugreifen:
- Menschen: Co-Founder, Studierende, Forschende, Alumni, Mentor:innen und Expert:innen
- Förderung: exist, Forschungstransfer und weitere Fördermöglichkeiten
- Know-how: Gründungsberatung, Geschäftsmodell, IP, Finanzierung und Marktzugang
- Infrastruktur: Coworking, Labs, Makerspaces und Prototyping
- Programme: Acceleratoren, Workshops, Events und spezialisierte Angebote
Der eigentliche Vorteil liegt dabei nicht darin, dass jede Hochschule alles anbietet. Sondern darin, die passende Ressource zum passenden Zeitpunkt zu finden.
Der Startup Klub - ein wachsendes Netzwerk von Hochschulen
Startup Klub wurde 2021 vom HdM Startup Center initiiert und im Verbundprojekt TriAS (Triangle for Academic Startups) entwickelt. Heute wird das Netzwerk in Zusammenarbeit mit Hochschulpartnern in Baden-Württemberg weiter geöffnet und ausgebaut. Die Idee dahinter: Nicht jede Hochschule muss jede Kompetenz selbst abdecken. Gründer:innen sollen leichter auf Menschen, Know-how und Angebote über Hochschulgrenzen hinweg zugreifen können.
- Die Hochschule der Medien Stuttgart, mit ihrem Startup Center, bringt unter anderem Erfahrung in Gründungsberatung, exist sowie digitalen Geschäftsmodellen, Software, Medien und Design ein. Mit dem Sandbox Accelerator für digitale Geschäftsmodelle und dem The Migrant Accelerator für internationale Gründer:innen bietet die HdM zudem spezialisierte weiterführende Programme.
- Die Universität Tübingen ergänzt das Netzwerk mit ihrem Startup Center, insbesondere durch forschungsnahe Gründungen sowie Kompetenzen rund um KI und Life Sciences sowie exist-Gründungsförderung.
- Die Hochschule Reutlingen verbindet Entrepreneurship, Business und Technologie mit anwendungsnaher Infrastruktur und berät euch gerne zu Förderungen wie exist. Mit Stoff im Kopf, dem Textil Accelerator betreibt das Center for Entrepreneurship zudem einen spezialisierten Accelerator für textile Startups.
Das Netzwerk wird weiter wachsen - bald sollen weitere Hochschulen und Startup Center aus Baden-Württemberg dazukommen und ihre Gründer:innen, Talente und Angebote in das Netzwerk einbringen. Die Zusammenarbeit schafft damit genau das, was einzelne Hochschulen alleine nur begrenzt leisten können: einen größeren Pool aus Menschen, Wissen und Möglichkeiten. Die strategische Idee dahinter ist nicht, die einzelnen Startup Center zu ersetzen, sondern ihre Reichweite miteinander zu verbinden.
Was fehlt deinem Startup gerade?
Vielleicht brauchst du noch keinen Accelerator und keine Finanzierungsrunde. Vielleicht fehlt dir schlicht die richtige Person, ein erster Reality Check oder jemand, der mit dir die passende Förderung durchgeht.
Der Startup Klub bringt Gründer:innen, Talente und Startup Centren aus dem Hochschulumfeld zusammen und hilft dir dabei, den nächsten sinnvollen Schritt für dein Vorhaben zu finden.